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Nokia 3650 - Linux PC (english)
Wie stelle ich eine (dauerhafte) IP-Verbindung zwischen einem Nokia 3650 und einem Linux-PC her!?!
Änderungen
25.06.2003 Punkt 6. Anwendungen über TCP/IP hinzugefügt
16.06.2003 Veröffentlichung dieser Anleitung
0. Generelle Überlegungen
Von Nokia gibt es (derzeit) keine Software, die es ermöglicht
Daten zwischen den Mobilfunktelefon 3650 und Linux abzugleichen.
Damit bereits vorhandene Progamme (z.B. ftpd, nfsd...) auf das 3650
oder auch andere Series 60 (Symbian) Telefone portiert werden
können, ist eine TCP/IP Verbindung allerdings zwingend erforderlich.
Der Aufbau einer ppp-Verbindung mit Linux als client über das
DUN-Profile funktioniert zwar ohne Probleme, jedoch lässt sich dann
nur eine Internetverbing über das Telefon herstellen. Versucht man
dies über das SP-Profile, beendet das 3650 die Verbindung sofort.
Soweit so gut (oder eher nicht gut). Nach dem Verbindungsaufbau
über SPP und deren Beendigung öffnet das Nokia
eigenständig eine ppp-Verbingung zum aufrufenden Rechner. Wird
diese angenommen, versucht das Nokia den DNS-Namen "wsockhost.mrouter"
aufzulösen. Kommt keine Antwort vom DNS-Server, beendet sich die
Verbindung nach ca. 30 sec. ebenfalls. Hat bis hierhin alles
funktioniert und der Rechner wsockhost.mrouter ist auch erreichbar,
bleibt die Verbindung stehen..... geschafft!!!
1. Vorraussetzungen
- Funktionierende Bluetoothunterstützung in der verwendeten Linuxinstallation.
Ich benutze derzeit:
-Kernel 2.4.19
-bluez (libs, utils, sdp, pan)
-USB-Bluetooth-Adapter von EPoX
Eine gute Hilfe zum Einrichten der Bluetooth-Funktionen findet man hier bzw. hier.
- pppd / dund für die ppp-Anfrage des Nokias.
- DNS-Server (bind) um den DNS-Namen "wsockhost.mrouter" aufzulösen.
2. Auf der Linuxseite...
Wenn das Linux-Bluetooth-System arbeitet und das 3650 erkannt wurde,
kann es mit folgenden Punkten weitergehen. Zur Verbindungskontrolle
sollten ein paar Dateien zwischen Telefon und PC ausgetauscht werden
(z.B. mit ussp-push
oder p3nfs).
2.1 SP-Profile anbieten
Da das Telefon selbstständig eine ppp-Verbindung über SPP
aufbauen möchte, muss der PC dieses auch anbieten. Also an der
Kommandozeile folgendes eingeben:
sdptool add --channel=2 SP
2.2 DNS-Konfigdateien
Um den Namen "wsockhost.mrouter" aufzulösen, muss im lokalen
Netzwerk ein DNS-Server vorhanden sein.
Beispiele für einige Konfigurationsdateien von bind:
/etc/named.conf:
options {
directory
"/var/named";
cleaning-interval 120;
statistics-interval 0;
notify no;
};
zone "localhost" in {
type master;
file
"localhost.zone";
};
zone "0.0.127.in-addr.arpa" in {
type master;
file
"127.0.0.zone";
};
zone "." in {
type
hint;
file
"root.hint";
};
zone "mrouter" {
type master;
file
"/var/named/mrouter.hosts";
};
EOF
/var/named/127.0.0.zone:
$TTL 2D
@
IN SOA
localhost. root.localhost. (
42 ; serial (d. adams)
1D ; refresh
2H ; retry
1W ; expiry
2D
) ; minimum
IN NS localhost.
1
IN PTR localhost.
EOF
/var/named/localhost.zone:
$TTL 2D
@
IN SOA @ root (
42 ; serial (d. adams)
1D ; refresh
2H ; retry
1W ; expiry
2D
) ; minimum
IN NS @
IN A 127.0.0.1
EOF
/var/named/mrouter.hosts:
$ttl 38400
mrouter.
IN SOA bernd. bernd.pnd. (
2003051402
10800
3600
604800
38400 )
mrouter.
IN NS bernd.
wsockhost.mrouter.
IN A 192.168.2.1
192.168.2.1.mrouter.
IN PTR wsockhost
EOF
2.3 PPP-Server
Beispiel für die Datei /etc/ppp/options:
noauth
local
modem
proxyarp
debug
ms-dns 192.168.1.1 # DNS-Serveradresse, der den Namen
"wsockhost.mrouter" aufloest
192.168.1.100:192.168.1.200 # Zu vergebende IP-Adressen
2.4 dund
Damit der PC die ppp-Verbindung annimmt, folgendes an der Komandozeile
eingeben
dund --listen --channel=2
2.5 SP-Verbindung zum 3650 aufbauen
Die Vorbereitungen sind nun getroffen. Das 3650 erstellt mit folgender
Eingabe eine eigenständige ppp-Verbindung:
rfcomm connect 2 <MAC-des-Nokia-3650> 2
3. Auf 3650-Seite
Bluetooth muss aktiviert sein und der Verbindungsaufbau muss jetzt eventuell bestätigt werden.
4. Testen...
Z.B. mit der Demoversion von Opera einige html-Seiten anschauen.
5. Weiteres...
Damit die Anfragen des Telefons auch über eine ISP-Verbindung
weitergeleitet werden, müssen noch IP-Forwarding und NAT aktiviert
sein:
- IP-Forwarding:
echo 1 > /proc/sys/net/ipv4/ip_forward
- NAT (Network Adress Translation)
iptables -t nat -A POSTROUTING -o ppp0 -j MASQUERADE
ppp0 evtl. durch das verwendete Interface ersetzen.
6. Anwendungen über TCP/IP
Fast zeitgleich mit der Veröffentlichung dieser Anleitung ist die p3nfsd Version 5.13a
erschienen. Sie hat als Option auch den TCP/IP-Transfer. Im Gegensatz
zum reinen Bluetooth läuft der Datenaustausch über TCP/IP
auch bei grösseren Entfernungen zwischen dem Handy und dem
Bluetoothdongle ohne Abbruch. Die Übertragungsrate liegt in beiden
Richtungen bei ca. 22000Bytes/s.
